555-Timer-Rechner
Der Chip von 1972, der noch immer die Hälfte aller LEDs der Welt blinken lässt. Widerstände und Kondensator festlegen, den Takt ablesen.
Astabil: der Blinker
Im astabilen Betrieb lädt der 555 C über R1 und R2, entlädt ihn nur über R2 und kippt dabei jedes Mal seinen Ausgang. Die Frequenz ist 1,44 ÷ ((R1 + 2×R2) × C), und weil Laden und Entladen verschiedene Wege nehmen, liegt das Tastverhältnis immer über 50 %. Du willst ein nahezu gleichmäßiges Blinken? Mach R2 sehr viel größer als R1.
Monostabil: der Einzelschuss
Zieh den Trigger-Pin kurz auf Masse, und der Ausgang bleibt genau 1,1 × R × C Sekunden auf High und fällt dann ab. Das ist ein entprellter Taster, ein Treppenhauslicht, ein „drei Sekunden halten“, alles aus einem Chip, einem Widerstand und einem Kondensator.
Die Pinnamen im Schaltbild folgen dem üblichen DIP-8, Pin 1 an der Kerbe. Eine ausführlichere Fassung findest du auf der Seite zur 555-Pinbelegung.
Woran 555-Schaltungen scheitern
Drei Fehler erklären fast alle Fälle. Fehlt der Abblockkondensator an der Versorgung, bringt der eigene Schaltstrom des Chips seine Komparatoren durcheinander: setze 100 nF direkt an die Pins. Ein offener Reset-Pin, Nummer 4, lässt den Ausgang zufällig stehenbleiben, also lege ihn auf die Versorgung, solange du ihn nicht wirklich benutzt. Und ein offener Pin 5 lässt Störungen auf den Steuerspannungseingang, weshalb in nahezu jedem veröffentlichten Schaltplan ein 10-nF-Kondensator von Pin 5 nach Masse steht.
Bipolarer 555 oder CMOS
Der ursprüngliche NE555 ist ein bipolares Bauteil, das 200 mA treibt und bei jedem Umschalten eine scharfe Stromspitze erzeugt. Die CMOS-Varianten, verkauft als 7555, TLC555 oder LMC555, laufen an niedrigeren Spannungen, ziehen Mikroampere statt Milliampere und verhalten sich am Akku weit besser, dafür ist der Ausgang deutlich schwächer. Zum Blinken einer LED taugt beides. Für einen batteriebetriebenen Timer, der monatelang ruhen soll, ist die CMOS-Variante die einzige vernünftige Wahl.